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Schiller-Denkmal vor Schinkels Schauspielhaus    Foto: Weil
Schiller-Denkmal vor Schinkels Schauspielhaus Foto: Weil

Der Tempelhofer Kunst- und Kulturverein

 

lädt ein zur

 

Kulturhistorischen Wanderung

 

Auf den Spuren von Karl Friedrich Schinkel

 

am 9. Juli 2017, 14.00 Uhr

geführt von

 

Hermann-Josef Fohsel

 

und der Kunstvermittlerin

 

Babette Krimmel

 

Treffpunkt: Lustgarten/Schlossbrücke

 

Karl Friedrich Schinkel, 1781 in Neuruppin geboren, 1841 in Berlin verstorben, war Oberlandesbaudirektor und Architekt des preußischen Königs. Seine Bauwerke prägen bis heute das Stadtbild von Berlins Mitte. Ab 1815 verwirklichte Schinkel bedeutende Bauten in der Stadt. Von den 40 Werken Schinkels in Berlin sind nur noch 17 erhalten geblieben.

 

Den Architektenberuf hatte Schinkel beim visionären, im August 1800 erst 28-jährig gestorbenen Klassizisten Friedrich Gilly und dessen Vater David gelernt. Doch auf erste Aufträge folgte zunächst eine Flaute: Nach der Niederlage gegen Napoleon 1806 wurde in Preußen kaum noch gebaut.

 

Stattdessen entwarf Schinkel für Wilhelm Ernst Gropius spektakuläre Panoramen, von einer Ansicht Palermos über die Völkerschlacht bei Leipzig bis zu den sieben Weltwundern, und malte Landschaften mit erfundenen gotischen Kirchen; ab 1815 kamen Bühnenbilder hinzu, die berühmtesten für Mozarts "Zauberflöte". Sein Theaterkonzept war revolutionär. Statt kleinteilig gestaffelter Barockkulissen, die allenfalls aus der Fürstenloge perspektivisch richtig zu sehen waren, genügte ihm die suggestiv bemalte Rückwand, um die Zuschauer ins alte Rom oder ins französische Mittelalter, nach Kaschmir oder in das Unterwasserschloss aus E. T. A. Hoffmanns "Undine" zu versetzen.

 

Karl Friedrich Schinkel war entsprechend seines Selbstverständnisses ein vielseitiger und äußerst begabter Architekt und Stadtplaner, Maler (er malte mehr als 60 Ölgemälde), und nach modernem Verständnis könnte man hinzufügen, Designer. Es gab nichts, was er nicht entwarf - Möbel, Tapeten, Stoffmuster, Kronleuchter, Parkettfußböden, Bilderrahmen, Porzellan, Figuren, Dekorationen für Opern - kein Gebiet, das er unberücksichtigt ließ - Museen, Theater, Schlösser, Kaufhäuser, einzelne Wohnhäuser und ganze Residenzen, umfassende Infrastrukturprojekte. Seine bekanntesten ausgeführten Bauten im Berliner Zentrum sind die Neue Wache (1816-1818) und das Schauspielhaus am Gendarmenmarkt (1818-1821), das heutige Alte Museum am Lustgarten (1824-1830), die Friedrich-Werdersche Kirche am Werderschen Markt (1825-1828) und die sich bald wieder im Wiederaufbau befindliche Bauakademie (1831-1835).

 

Auf diesen Spuren, die er vom Lustgarten bis zum Gendarmenmarkt gelegt hat, wandern wir, und gehen der Frage nach, wie modern ist seine Architektur oder ist sie unzeitgemäß?

 

 

 

Unkostenbeitrag:

 

TKK-Mitglieder frei

 

Gäste: 5 Euro